Unsere Reise nach Amsterdam

Bild von einsetzender Abenddämmerung

Grachten, schöne Architektur, nette Leute und Coffee-Shops – ja, wir haben eine Reise nach Amsterdam unternommen. Unser kurzer Städtetrip dauerte fünf Tage und war fantastisch. Aber eins nach dem anderen.

Start unserer Reise nach Amsterdam

Um möglichst viel Zeit an unserem ersten Urlaubstag zu haben, entschieden wir uns im Vorfeld, sehr früh zu fliegen. Das hieß so viel wie, morgens um 3 Uhr aufzustehen und uns für die Reise fertig zu machen. In völliger Dunkelheit fuhren wir dann mit unserem Handgepäck, das aus jeweils einem Rollkoffer bestand, zum Flughafen und es ging los. Angekommen am Flughafen Schiphol, was übrigens Schripol ausgesprochen wird, machten wir uns mit Zuggeschwindigkeit gleich auf den Weg zum circa 20 Minuten entfernten Amsterdam. Wir hatten noch einige Stunden Zeit bis wir einchecken konnten. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu, Amsterdam erstmal mit unserem Gepäck zu erkunden.

Am Hauptbahnhof in Amsterdam angekommen, folgten wir den schätzungsweise zwei Millionen Touristen aus dem Bahnhofsgebäude. Draußen wurden wir direkt von einer Graswolke begrüßt – um 11 Uhr morgens! Der Geruch verfolgte uns durch die ganze Stadt, allerdings gewöhnte man sich recht schnell daran und nahm ihn später nicht mehr wirklich wahr. Nachdem wir uns in einem Café kurz stärkten, verschafften wir uns einen Eindruck von dem Stadtzentrum. Wir liefen entlang der kleinen Flüsschen, Grachten genannt, die vor allem das Zentrum in lauter kleine Inseln untergliedern. Neben den vielen Grachten gab es auch viele kleine Gassen, die alle sehr ansehnlich waren. Je nachdem wo man sich befindet, findet man hier eher Läden, Coffee-Shops oder eben normale Wohnungen.

Gasse in Amsterdam
Eine kleine Gasse die nach unserem Betreten zur Hauptverkehrsader Amsterdams wurde.

Ziemlich schnell wurden uns unsere Koffer lästig und wir stärkten uns in einem der vielen Restaurants. Es fiel uns direkt auf, dass die Preise hier wesentlich höher sind als bei uns in Berlin. Für eine Art Hawaiitoast, eins von der nicht-schmeckenden und lieblosen Sorte, bezahlte ich hier 8 Euro. In Berlin wären vermutlich schon 3 zu viel gewesen.

Hotel und Leben als Pendler

Trotzdem waren wir anschließend gestärkt genug, um nun die Tour zum Hotel anzutreten. Da unser Hotel sich ungefähr am Flughafen befand, mussten wir den Weg also wieder zurücklegen, den wir gekommen sind. Was wir zuerst nicht wussten: Kauft man sich eine Zeitkarte (Tageskarte oder 2- bzw. 3-Tageskarte) am Flughafen in Schiphol, um nach Amsterdam zu kommen, bezahlt man etwas weniger als bei den One-Way Tickets nach Amsterdam und zurück. Zusätzlich kann man dann alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen.

Da uns ein Bus zu unserem Hotel bringen sollte, hielten wir vor dem Flughafen direkt Ausschau nach unserem Shuttle. Ein freundlicher Holländer erklärte uns dann, wo wir hingehen mussten, um zu warten. Der Shuttle kam auch recht schnell an und brachte uns dann zum Hotel. Bei der Fahrt und auch im Hotel fiel uns auf, wie freundlich die Menschen dort waren. Später in der Stadt merkten wir das auch immer wieder: Die Holländer nehmen sich Zeit füreinander und scheinen sehr empathisch zu sein. Bei der Menge an (teils natürlich auch taktlosen) Touristen, die durch die Stadt marschieren, ist das wohl keine Selbstverständlichkeit.

Das Hotel war prinzipiell gut – auch, wenn das Gym schlecht ausgestattet war *seufz* – aber was dann doch störender war, als wir erst dachten, war, dass wir immer in die Stadt pendeln mussten. Mit der Wartezeit auf den Bus waren es bestimmt immer gut 50 Minuten, was Abends natürlich suboptimal ist. Das Hotel war mit 50 EUR pro Nacht für das Zimmer aber trotzdem ziemlich günstig, weswegen wir darüber hinweggesehen haben.

Stadtbesichtigung

Die Stadt an sich ist wunderschön und man entdeckt überall spannende Details. Bei einer Bootstour, die wir an einem der beiden sonnigen Tagen gemacht haben, wurde uns erzählt, dass sich unter allen Häusern im Zentrum Amsterdams Holzpfeiler befinden. Der Boden in der Stadt ist eigentlich sehr schlecht für die Bebauung geeignet, weswegen die Häuser beim Bau sonst direkt „versunken“ wären. Mittlerweile faulen diese Pfeiler jedoch weg, weswegen einige Häuser dort schief sind und man dazu übergegangen ist, die Pfeiler mit Beton zu verstärken beziehungsweise auszutauschen. Bei einer Häusergruppe ist dieser Prozess soweit fortgeschritten, dass sie „die tanzenden Häuser“ genannt wird. Wer eine Reise nach Amsterdam unternimmt und sich für Architektur interessierte, sollte sich das anschauen. Auch sieht man bei vielen Häusern an den Giebeln Haken, an denen Seilzüge befestigt werden können. Durch die kleinen Hausflure war und ist das notwendig, um die Möbel von außen durch die Fenster in die Wohnungen schaffen zu können.

Apropos Wohnungen: Weil auch in Amsterdam Wohnraum knapp und teuer war und ist, gibt es sehr viele Hausboote. Die meisten sind normale Häuser, die auf Flößen stehen und echt geräumig aussehen. Mittlerweile sind aber wohl alle an die Stadt angeschlossen und somit keine günstige Wohnalternative mehr. Mit 800.000 Einwohnern ist Amsterdam eigentlich eine eher kleine Weltstadt. Durch die vielen Touristen sind die Straßen (im Zentrum zumindest) jedoch trotzdem sehr voll, so dass die Stadt bewohnter wirkt.

Im Stadtzentrum haben wir außerdem noch den obligatorischen Rotlichtviertel-Besuch gemacht und uns Amsterdams China Town angeschaut. Letzteres war hauptsächlich einfach eine Straße mit vielen asiatischen Läden, einem asiatischen Tempel und ein paar italienischen und mexikanischen Restaurants, die eher weniger chinesisch waren. Das Rotlichtviertel besuchten wir gegen 20 Uhr. Die Straßen waren zu diesem Zeitpunkt so unglaublich voll, dass sich die Menschen fast gegenseitig in die Gracht stießen. Überraschungen hat dieses Viertel natürlich nicht bereitgehalten: Frauen, die sich in Fenstern angeboten haben, Stripclubs und gewisse Kinos. Wir sind dort auch recht schnell wieder raus.

Das Rotlicht Viertel Amsterdams
Ein unscharfes Foto vom Amsterdamer Rotlichtviertel. Schärfere durfte ich nicht schießen…hehe…

Kunst und Kultur

In vielen Städten kann man sich Karten kaufen, mit denen man in der Stadt Dinge „kostenlos“ machen kann. Auch in Amsterdam gibt es so etwas: Die I Am Amsterdam Card. Für drei Tage bezahlt man 77 Euro pro Person und kann nahezu alle Museen und den Tierpark kostenlos besuchen sowie eine Grachtenfahrt mit dem Boot machen. Außerdem ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Amsterdam dann „kostenlos“ – allerdings nicht die Fahrt zum Flughafen. Da man pro Museum in etwa 15 Euro bezahlt, wir eine Schiffsfahrt machen wollten und in den Zoo gegangen sind, hat sich die Karte für uns definitiv gelohnt. Leider war das Rijksmuseum nicht in der Karte enthalten, was das einzige Museum war, das wir sonst gerne noch besucht hätten.

 

Pinguine im amsterdamer Zoo
Extra aus Madagascar für uns angereist: Pinguine

Empfehlenswert fanden wir das Rembrandt Museum, das eine Art Tour durch sein Haus war. Dabei wurden nicht nur alle dort ausgestellten Gegenstände auf Wunsch von einer „sprechenden Fernbedienung“ erklärt, sondern auch gezeigt, wie damals Farbe hergestellt wurde. Das Van Gogh Museum wirkte hingegen sehr modern und beherbergte viele Gemälde vieler Künstler. Allgemein ist Amsterdam sowieso eine scheinbar sehr kunstaffine Stadt, da es dort sehr viele Ateliers gibt.

Museen

Neben diesen Museen besuchten wir unter anderem auch das Amsterdam Museum, was den Besucher auf eine Zeitreise durch Amsterdam mitnimmt. Interessiert man sich hauptsächlich für die Ursprünge der Stadt, ist man allerdings besser im Hermitage Museum aufgehoben. Neben einer Ausstellung über die Romanows, die sehr interessant aber ziemlich un-niederländisch war, gibt es dort eine Ausstellung über die Geschichte Amsterdams. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, regierte dort kein König oder Kaiser, sondern die Bürgerschaft. In der Ausstellung wird einem die Geschichte von vier einflussreichen Bürgern erklärt und man bekommt einen hervorragenden Einblick in die Gesellschaft von damals. Dabei merkt man, dass die Amsterdamer von damals und heute noch viel Wert darauf legen, eine Handelsnation zu sein. Eine für mich sehr sympathische Geschichte und Einstellung.

Wir hatten außerdem das Glück, in dem Museum einem Konzert beiwohnen zu können. Ein Saxophon Quartett spielte Werke von Tschaikowsky, Rachmaninov und Glazunov – wobei ich gestehen muss, dass mir letzterer unbekannt war.

Erwähnens- und sehenswert ist auch das „Micropia“ neben dem Zoo. Dort können die kleinsten Lebewesen unter Mikroskopen betrachtet werden. Außerdem kann man sich dort für jedes angeschaute Tierchen sein anfänglich erhaltenes Büchlein stempeln lassen. Dass das ein ziemliches Kinderspiel ist, das gar keinen Spaß macht, erkannte ich, nachdem Sandra viel mehr Stempel gesammelt hatte als ich… Wirklich albern…

Fazit

Bild von einsetzender Abenddämmerung

Wie immer bei unseren Städtetrips sind wir auch bei unserer Reise nach Amsterdam sehr viel gelaufen und haben uns viel angeschaut. Trotzdem saßen wir auch in den Cafés und haben es uns gut gehen lassen. Amsterdam ist definitiv eine sehr schöne Stadt und ich könnte mir sogar vorstellen dort zu leben. Viele nette Menschen, viel zu erleben und durch die Grachten ein ganz anderes Stadterlebnis als in anderen Großstädten.

Wir kommen sicherlich wieder.

– Remo

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4 Kommentare

  1. Danke für diesen tollen und ausführlichen Bericht ihr Beiden! 🙂 Von Amsterdam habe ich jetzt schon so viel tolle Bilder gesehen und Artikel gelesen, irgendwann muss ich wohl auch mal hin! Ich finde es toll, dass ihr so viel per Fuß erkundet habt und gleichzeitig doch in Cafés Pausen gemacht habt! Und danke für den Tipp mit der Amsterdam Card – das lohnt sich auf jeden Fall für Kulturliebhaber.

    Ich hoffe ihr hattet ein tolles Wochenende!
    Liebste Grüße ❤ Saskia | http://www.demwindentgegen.de

    1. Hey Saskia,
      schön, dass dir der Bericht gefallen hat! Ja, besuche die Stadt einfach! Es gibt dort so viel zu erleben und sie ist ja praktisch um die Ecke… 😉
      Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche.

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