Frauen und Bodybuilding

Frauen und Bodybuilding? Das passt sehr gut! Um Misverständnissen vorzubeugen, möchte ich die Wikipedia-Definitionen von Bodybuilding, Kraftsport und Fitness voranstellen:

„Unter Fitness wird im Allgemeinen körperliches und oft auch geistiges Wohlbefinden verstanden. Fitness drückt das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und Belastungen eher standzuhalten.“

Kraftsport: Die Entwicklung von hoher, spezifischer Kraft ist dabei das primäre Ziel und die wichtigste leistungsbegrenzende Einflussgröße.“

Bodybuilding (veraltet auch Körperkulturistik) ist ein Sport mit dem Ziel der aktiven Körpergestaltung. Zentrales Element ist ein starkes Wachstum der Muskelmasse, das durch Krafttraining unter Zuhilfenahme von Fitnessgeräten erreicht wird.“

Wie würdet ihr also eine Frau bezeichnen, die durch Sport hauptsächlich ihr Äußeres formen möchte? Da Fitness den Fokus auf die alltägliche Leistungsfähigkeit setzt und Kraftsport den Fokus auf die Kraft sind beide Bezeichnungen eher unpassend. Bodybuilding ist meiner Meinung nach hier der passendste Begriff.

Frauen und Bodybuilding: Warum Muskeln?

Warum sollte eine Frau Muskeln aufbauen wollen, wenn sie doch nur eine schöne sportliche Figur haben möchte? Nun, die meisten Frauen verstehen unter einer sportlichen Figur implizit einen muskulösen Körper. Bei Muskeln denken sie jedoch meistens direkt an männliche und weibliche Wettkampfbodybuilder, die mit dunkler Farbe angemalt auf der Bühne stehen, vermeintlich kein Gramm Körperfett haben und riesige Muskeln aufweisen können. Entwarnung: So werdet ihr mit 99,5 %iger Wahrscheinlichkeit niemals aussehen. Das liegt einerseits daran, dass diese Personen eine entsprechende Genetik dafür haben und andererseits an den Substanzen, die sie zu sich nehmen. Diese Muskelmassen werdet ihr also niemals erreichen!

 

kurzhantel für frauen und bodybuilding
Bild von Andy Wagstaffe | CC BY-NC 2.0

Was ihr stattdessen erreichen werdet, ist für euch viel ansprechender. Viele Frauen wundern sich, dass der Körper mit dem Alter an Straffheit verliert. Das liegt nicht nur an der Hautalterung! Zwischen 20 und 30 Jahren weist der menschliche Körper sein Maximum an Muskelmasse auf. Danach zeigen sich die Erscheinungen, bei denen viele Frauen fälschlicherweise denken, dass sie zu dick seien: Winkearme, Hängepo, wenig straffe Beine. Versucht man hier durch exzessives Ausdauertraining gegenzusteuern, wird man nicht viel erreichen, da man damit keine Straffheit zurückerlangt sondern höchstens dünner wird. Was Abhilfe schafft ist der Wiederaufbau der Muskelmasse, um wieder straffe, weibliche Rundungen zu erhalten.

Bodybuilding: das Beste aus zwei Welten

Aber nicht nur für Frauen ab 30 ist dieser Sport vorteilhaft, um wieder die alte Form zurückzuerlangen. Auch Mädchen, die sich beispielsweise einen runderen Po wünschen oder abnehmen wollen, sollten diesen Sport betreiben. Muskelwachstum ist wahnsinnig energieintensiv und geschieht nach dem Training. Während des Trainings verbrennt der Körper durch die Belastung Kalorien und danach verbrennt er sie durch das Muskelwachstum. Dabei ist es auch wichtig gut zu essen: gute Kohlenhydrate, viel Eiweiß, wenig Fett. Mehr braucht es gar nicht.

„Ich will aber nicht zu viele Muskeln bekommen!“

Wie bereits geschrieben, ist es für doping-freie Sportler unmöglich, so auszusehen wie professionelle Bodybuilder. Wenn ihr aber irgendwann merken solltet, dass ihr nach eurem subjektiven Empfinden zu viele Muskeln bekommen habt – so einen Menschen habe ich übrigens noch nie getroffen, weil das ein verdammt harter Weg ist –  dann nehmt ihr einfach weniger schwere Gewichte. Ehrlich gesagt, finde ich es immer sehr schwer dieses Argument nachzuvollziehen, weil man bei dem Sport (leider) sehr schnell merkt, wenn man nachlässig wird. Eine kurze Trainingspause oder eine Reduzierung des Gewichtes erlösen nach kürzester Zeit jeden von seinem Leid, zu viele Muskeln zu haben.

Ich hoffe, dass ich vielen von euch zeigen konnte, dass Frauen und Bodybuilding gut zusammenpassen können. Auch Sandra habe ich vom Bodybuilding üerzeugt und sie ist sehr glücklich darüber – was sie gerade durch ein Nicken bekräftigt.

– Remo

 

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7 Kommentare

  1. Habe mich jetzt im Januar auch fürs Fitnessstudio angemeldet… Bin wohl einer der vielen Neujahrs-Vorsatz-Anmelder 😀
    Bisher macht es mir Spaß. Ich bin mal gespannt wie lange ich es durchhalte… Hoffentlich kommen hier auch noch ein paar mehr Tipps!

  2. Hallo Remo, danke fürDeinen Bericht. Ich musste sehr schmunzeln, weil mir diese Aussage von Bekannten und Freunden sehr bekannt vorkommt. Auch ich schiebe zwischen meinen Gruppenkursen regelmäßig Krafttraining mit ein, weil es dem Körper einfach auch gut tut. Und bisher sehe ich nicht nach Bodybuilder aus 😉
    sportliche Grüße

  3. Am Anfang meiner „sportlichen Karriere“ hatte ich auch Schiss, durch Krafttraining/Bodybuilding zu massig zu werden. Man ist als Frau doch schon arg von den geltenden Schönheitsidealen (flacher Bauch, eher dürre Statur) geprägt und lässt sich dadurch abhalten. Für mich waren diese Crossfit-Girl ein bisscheen das Horrorszenario, weniger die Bodibuilderinnen. Wenn mans aber einmal ausprobiert, merkt man den positiven Effekt. Ich persönlich hab gemerkt, dass ich durch das Krafttraining viel definierter, aber nicht massiger geworden bin und will meine Muskeln nicht mehr missen. 🙂

  4. Hallo Remo,
    danke für deinen schönen Beitrag! Ich frage mich aber gerade, ob ich es denn dann wirklich als bodybuilding bezeichnen würde. Meint man damit nicht genau das, ekzessiven Muskelaufbau mit Mittelchen wie Anabolika? Ansonsten nenne ich es doch einfach Krafttraining, oder? Ich kann dir jedenfalls sehr zustimmen, dass der Verlust von schönen Körperfiguren damit wieder rückgängig gemacht werden kann, entgegen der Meinung von vielen, das wäre halt das Alter (gute Ausrede…(-;) Ich kenne tatsächlich 60 jährige Frauen, die noch super aussehen. (-; Und leider hast du auch Recht, es ist schlimm, wie schnell die Muskeln wieder verschwinden. )-:

    1. Hallo Tina, danke für deinen Kommentar. 🙂
      Ich finde die Unterscheidung nach der Trainingsfunktion, wie ich sie am Anfang des Artikels von Wiki kopiert habe, eigentlich am passendsten – aber klar, viele denken an Doping, wenn sie Bodybuilding hören. Das mit den Frauen ab 60 kann ich aus der Erfahrung in meinem Fitnessstudio nur bestätigen. Die sind teilweise fitter als die jüngeren. 😉

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