Mein Erfahrungsbericht zum Training mit Kreatin

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Mehr Muskelmasse durch Kreatin! Das versprechen nicht nur viele Kreatinhersteller, sondern auch viele Bodybuilder. Da ich versuche meinen Supplementekonsum so niedrig wie möglich zu halten – ich nehme normalerweise nur Eiweißpulver zu mir – hat es recht lange gedauert, bis ich Kreatin ausprobiert habe. Nachfolgend möchte ich euch von meinen Erfahrungen erzählen.

Was man bei Kreatin beachten sollte

Es gab damals eine Zeit, in der Kreatin als Kur empfohlen wurde, die man wieder absetzt. Heute wird vielfach gesagt, dass man Kreatin ruhig ohne Unterbrechung zu sich nehmen kann. Da ich das Kreatin lediglich ausprobieren wollte, entschied ich mich für eine 10 wöchige Kur. Ich habe die Kur als Experiment gesehen und wollte schauen, wie sich mein Körper beim Absetzen des Supplements verhält.

Aufgezogen habe ich die Kur so, dass ich 20 g Kreatinmonohydrat eine Woche lang täglich einnahm, was ich auf vier Portionen am Tag verteilt habe. Nach der Woche nahm ich täglich nur noch 3 g täglich zu mir. Es ist sehr wichtig, während der gesamten Kur viel Wasser und keinen Alkohol zu trinken. Da ich so gut wie nie Alkohol trinke, war letzteres für mich kein Problem. Wasser trank ich zwischen 3 und 4 l täglich, was sich in sehr häufigen Toilettenbesuchen äußerte…

Ob man tatsächlich eine Ladephase machen muss, in der man die erste Woche lang 20 g täglich zu sich nimmt, ist heute Gegenstand von Diskussionen. Gesundheitlich bedenklich soll diese jedoch nicht sein – nochmal Glück gehabt.

Die Auswirkung auf das Training

Während der ersten Woche der Kur habe ich keine nennenswerten Veränderungen beim Training feststellen können. Ich tröstete mich damit, dass das Kreatin nur ca. 15 € gekostet hat und mich zumindest nicht arm machte. Ab der zweiten Woche merkte ich jedoch eine Änderung. Während ich vor der Kur dachte, dass ich durch das Kreatin wie durch Zauberhand höhere Gewichte drücken könnte, kehrte ein anderer Effekt ein: Ich war in der Lage mehr Wiederholungen auszuführen. Bei allen Übungen hatte ich das Gefühl, dass dieser Moment bei der letzten Wiederholung weg ist, bei dem man das Gewicht nur noch mit einem Ganzkörperzittern bewegt bekommt. Ich konnte locker 2 Wiederholungen mehr bei nahezu jeder Übung durchführen.

Ich freute mich sehr über das Ergebnis und war gespannt, wie das Ergebnis am Ende sein wird. Ab der beginnenden vierten Woche zog ich mir jedoch eine Erkältung zu, die mich eine Woche vom Training abhielt. In dieser Zeit googlete ich, ob Kreatin dem Körper bei einer Erkältung eher hilft oder nicht. Das Ergebnis war, dass ich viele Berichte von Sportlern fand, die sich während der Kreatineinnahme erkälteten. Als alter Statistiker wusste ich, dass man nicht gleich auf das Kreatin als Ursache schließen könne. Außerdem war es Winter. Trotzdem fand ich den Zusammenhang interessant. Mein Trainer im Studio sagte mir, dass es Quatsch sei, die Erkältung darauf zurückzuführen und das Kreatin eher gut wäre. Es könnte höchstens sein, dass man sich während der Kur mehr auspowert und in diesem ermatteten Zustand Viren leichteres Spiel hätten.

Das Training nach der Erkältung

Diese Erklärung fand ich als Laie einleuchtend. Ich benötigte ungefähr eine Woche, um die verlorene Woche wieder kompensieren zu können und bei den alten Kraftwerten zu sein. „Egal, dann verlängere ich die Kur halt um eine Woche“, sagte ich mir. Der stärkende Effekt des Kreatins war noch immer vorhanden und ich war überzeugt, dass mir die Kur gut tat. Weitere 3-4 Wochen später erkältete ich mich jedoch wieder. Ziemlich genervt über diesen Umstand setzte ich nochmal mit dem Training aus und führte dann die Kur jedoch weiter. Insgesamt dauerte sie 12 Wochen.

Was ist mein Fazit daraus? Um eine gute Aussage über die Ergebnisse treffen zu können, hätte ich nicht krank werden dürfen. Trotzdem konnte ich eine Kraftsteigerung feststellen. Die Erkenntnis für mich ist, dass ich eine Kreatinphase nur noch außerhalb der Erkältungszeit durchführen würde. Jedoch auch nicht zur Badezeit, da ich mir einbildete durch das Kreatin weniger definiert auszusehen. Für das wenige Geld ist Kreatin jedoch definitiv eine spannende Möglichkeit, die eigenen Grenzen auszutesten. Nach dem Absetzen des Kreatins merkte ich, dass ich etwas Kraft verloren hatte. Die Bilanz war meiner Meinung nach trotzdem positiv am Ende.

Wie sind eure Erfahrungen mit Kreatin? Schreibt es gerne in die Kommentare.

– Remo

Beitragsbild: California Cow | CC BY 2.0

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2 Kommentare

  1. Hi Remo,
    danke Dir für deine Erfahrungen. Meine ersten richtigen Erfahrungen mit Kreatin habe ich beim Ziel im Bankdrücken die 100kg 1x zu drücken, gehabt. In Verbindung mit der ILB Methode (Individuelle Leistungsbild Methode) habe ich 8 Wochen lang versucht dieses Ziel zu erreichen. Am Ende ist es mir gelungen, doch kann ich nicht versichern, ob es an der Methode oder an dem Kreatin gelegen hat.
    Am Kreatin halte ich aber dennoch fest, da die (Über)zahl an Studien die Wirkung bestätigen können und es einem pusht, seine Leistung zu verbessern.

    1. Hey Meicel, danke für dein Feedback. Am Ende ist es immer schwer die wahre Ursache für eine Kraftsteigerung auszumachen. Aber wenn viele Studien und unsere Erfahrungen zum selben Schluss kommen, kann man ruhig mal auf Kreatin zurückgreifen, denke ich. 🙂

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