Die Kupferspirale: besser als die Antibabypille?!

Antibabypille

Nachdem ich mich mit meiner Ernährung stark auseinandergesetzt hatte, habe ich mir auch Gedanken über meine Verhütungsmethode gemacht. Damals habe ich die Antibabypille genommen, jedoch wollte ich in Zukunft keine Medikamente nehmen, wenn es nicht unbedingt sein musste. Zudem hat die Antibabypille viele Nebenwirkungen, die ich meinem Körper nicht weiterhin zumuten wollte. Natürlich haben mich auch teilweise die Medien beeinflusst: In letzter Zeit gab es viele negative Berichte über orale Kontrazeptiva. Hier erzähle ich euch etwas über meine Erfahrungen mit der Kupferkette.

Der erste Frauenarztbesuch

Vor dem ersten Frauenarztbesuch haben sicher viele junge Frauen Respekt oder leichte Angst. Ich war auch schrecklich nervös und wollte eigentlich nur etwas für meine heftigen Unterbauchkrämpfe während meiner Regel haben.  Jedoch entdeckte die Ärztin damals eine Zyste und ich sollte von da an die Antibabypille nehmen. Meine Frauenärztin verschrieb mir damals die Velafee. Ich war 15 Jahre alt, als ich anfing sie einzunehmen. Mit Hilfe der Velafee sollte die Zyste kleiner werden, jedoch funktioniert das nicht. Die Zyste wurde  operativ entfernt, aber die Pille nahm ich weiter.

Meine Nebenwirkungen

Schlussendlich nahm ich sie 10 Jahre lang. Ich hatte mir nie Gedanken über die Nebenwirkungen gemacht, bis ich anfing mich vegan zu ernähren. Alle Nebenwirkungen möchte ich an dieser Stelle nicht aufzählen, jedoch, die die bei mir aufgetreten waren. Ich war häufig sehr aggressiv und wurde sehr schnell wütend ohne ersichtlichen Grund. Ich fühlte mich ständig irgendwie nervös und unruhig. Gleichzeitig sehr depressiv verstimmt. Egal wie viel Sport ich gemacht habe und wie gut ich mich ernährt hatte, hat mein Gewicht stagniert und ich konnte nicht weiter abnehmen. Eine gute Nebenwirkung jedoch war, dass meine Akne verschwand und ich nur während meiner Periode 2 oder 3 Pickelchen hatte.

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derek maguire | CC BY-ND 2.0

Die Kupferspirale

Ich wollte eine Verhütungsmethode, an die ich nicht jeden Tag denken muss, ich flexibel sein kann und die langfristig hält. Also recherchierte ich, was zu mir passen könnte. Die Kupferkette/-spirale war mein auserkorener Kandidat. Sie ist frei von Hormonen und beeinflusst nicht den Menstruationszyklus. Sie besteht aus einem T-förmigen flexiblen Kunststoffstäbchen, dessen Schaft mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Dem Kupfer wird eine spermizide Wirkung nachgesagt, das bedeutet, dass die Beweglichkeit der Spermien gehemmt wird und es dadurch in der Regel nicht zur Befruchtung kommen kann. Falls es doch zu einer Befruchtung einer Eizelle kommt, dann trägt die Spirale dazu bei, dass die Eizelle sich nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Da es ein Fremdkörper darstellt und versucht die Gebärmutter ihn auszutreiben, dabei wird die Abstoßung der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut gestartet, man blutet und das befruchtete Ei wird dabei auch ausgestoßen.

Die Spirale kann 5 Jahre an Ort und Stelle bleiben, jedoch bei Kinderwunsch auch jederzeit durch das Rückholbändchen durch den Frauenarzt entfernt werden. Man muss nicht an die Einnahme einer Pille denken oder sich sorgen machen wenn man eine Tablette vergessen hat. Nachteile gibt es jedoch auch bei diesem Verhütungsmittel. Sie schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten wie ein Kondom. Meist verstärkt und verlängert sich die Blutung, auch Zwischenblutungen könnten auftreten. Am Anfang war bei mir die Regel sehr unregelmäßig, weil der Hormonhaushalt sich erstmal wieder einpegeln musste. In sehr seltenen Fällen kann eine Unterleibsentzündung entstehen, die unbedingt ärztlich behandelt werden muss, damit es nicht zu späterer Unfruchtbarkeit kommt. Diese letzte Nebenwirkung ist jedoch wirklich sehr selten. Auch ein verrutschen oder unbemerktes ausstoßen der Spirale aus der Gebärmutter ist sehr unwahrscheinlich. Denn glaubt mir, das würde sehr wehtun. 😉

Das Einsetzen

Das Einsetzten erfolgt beim Frauenarzt nach einer vorausgegangen gynäkologischen Untersuchung. Es erfolgt entweder am Anfang der Regelblutung oder am Ende, da dann der Muttermund durch die Blutung leicht geöffnet ist. Am Abend zuvor muss man sich ein desinfizierendes Vaginalzäpfchen einführen und 6 h vor dem Eingriff Tabletten einnehmen, die den Muttermund weich machen und noch mehr öffnet. Diese erhält man vorher von seinem Frauenarzt beim Beratungsgespräch.

Während des Eingriffs wird der Muttermund geweitet mit Instrumenten, die an unterschiedlich dicken Stricknadeln erinnern. Danach wird ein weiteres Instrument, welches innen hohl ist und die zusammengeklappte Spirale beinhaltet, eingeführt. Während des Entfernens des Instrumentes wird die Spirale innen vorgeschoben und aufgeklappt. Dann muss nur noch das Rückholbändchen etwas gekürzt werden.

Mein Fazit

Das weiten des Muttermundes ist mehr als nur unangenehm. Ich hatte wirklich fiese Schmerzen beim Einsetzen. Jedoch haben sich für mich diese Schmerzen gelohnt. Ich muss nicht mehr jeden Tag an eine Pille denken oder mir Sorgen machen, wenn ich eine vergessen habe. Und ich leide nicht mehr unter den Nebenwirkungen der Antibabypille. Ich bin ausgeglichener und allgemein positiver. 5 Jahre lang muss ich mir keine Sorgen mehr über meine Verhütung machen, für diesen Luxus habe ich gerade mal 140€ gezahlt. Für die Velafee habe ich damals für 6 Monate 27€ bezahlt, auf 5 Jahre hochgerechnet wären es 270€. Somit ist die Kupferspirale sogar günstiger. Also für mich hatte der Wechsel zur Spirale nur Vorteile. Vielleicht für euch auch?

– Sanny

 

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